Auf den Spuren von „Navajos und Edelweißpiraten“

elde 01Am 07. Mai 2019 hat der bilinguale Projektkurs der Q1 eine historische Exkursion nach Köln zum Thema Jugendwiderstand während des Zweiten Weltkrieges unternommen.

Nach der Zugfahrt nach Köln-Ehrenfeld haben wir uns mit einem Mitarbeiter von der Gedenkstätte EL-DE-Haus getroffen, welcher uns durch den Stadtteil geführt hat. Man hat uns die Orte gezeigt, wo sich die „unangepassten“ Jugendlichen der Edelweißpiraten getroffen haben, um der Zwangsteilnahme in der Hitlerjugend zu entgehen. Der Widerstand ist in vielen von ihnen erst mit der Zeit gewachsen. Am Anfang stand für viele von ihnen noch nur der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung, aber das hat sich im Laufe des Krieges immer weiter zu einem Willen zum aktiven Widerstand gegen die Naziherrschaft gewandelt. Nicht jeder von ihnen hatte jedoch genug Glück um den Nazis bei ihrer Jagd auf die Edelweißpiraten zu entgehen. Viele von ihnen, die von den Nazis erwischt wurden, wurden ohne Gerichtsverfahren im EL-DE-Haus eingesperrt und einige sogar noch in den letzten Kriegsmonaten hingerichtet. Die Kölner aus Ehrenfeld haben als Erinnerung an die Opfer dieser Widerstandskämpfer ein großes Graffiti am Bahnhof gesprüht.

elde 02 Das EL-DE-Haus wirkt zunächst wie jedes andere Bürogebäude in der Kölner Innenstadt. Ohne den Hinweis am Eingang des Gebäudes wäre dem Haus seine schreckliche Geschichte nicht anzusehen. Die Gestapo hat hier ihre Opfer untergebracht, verhört, gefoltert und letztendlich viele von ihnen getötet. Unsere Führung hat uns in den Keller des Gefängnisses gebracht und uns die winzigen Zellen gezeigt. Zu Beginn der Nutzung durch die Gestapo war jede Zelle noch mit einem Bett für eine bis zwei Personen ausgestattet. Diese Betten wurden jedoch im Laufe der Jahre entfernt, damit mehr Platz in den Zellen für mehr Gefangene war. Zeitweilig wurden in den Zellen, die kleiner als 10 Quadratmeter waren, bis zu 30 Häftlinge unter unbeschreiblichen Bedingungen festgehalten. Erstaunlicherweise hat die Gestapo das Beschreiben der Wände toleriert, weswegen viele der Gefangenen ihre Gedanken und Gefühle in die Wände geritzt oder gezeichnet hatten. Diese Aufzeichnungen konnten, anders als die Akten der Gestapo, nicht vernichtet werden, und sie sind uns noch heute als Einblick in die grausame Welt dort unten erhalten.

Text: Coulbin Ahmad, Lena Müller-Falcke und Clemens Omran
Bild: Sonja Grimnes

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