Wilhelm Tell 2.0 - Intuitives Bogenschießen in freier Natur

Im Rahmen der Projekttage, welche im Zeichen des Klimawandels stehen, findet ein Exkurs in das Freiluft-Bogenschießen statt. Betreut von einem Experten können sich die Teilnehmer des zweitägigen Projektkurses auf ihre Treffsicherheit mit Langbogen und Co beweisen. Handelt es sich um einen rein intuitiven Sport und inwiefern greift dieses Projekt das Leitthema auf? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund.

Üblicherweise startet der Tag eines Bogenschützenanwärters mit einer Sicherheitseinweisung, welche eine Überbelastung des Materials sowie körperliche Verletzungen durch unsachgemäße Bedienung verhindern soll. Bevor man zur Praxis übergehen kann, muss eine theoretische Einführung in Schießtechniken vorgeschaltet werden. Hinter einem präzisen Schuss verbirgt sich mehr als reines intuitives Schießen. Nach klarer Struktur bereitet sich der Schütze vor. Von der Körperhaltung und der Ausrichtung über das Einspannen des Pfeils bis hin zum finalen Abschuss des Pfeils folgt der professionelle Bogenschütze einem klaren Ablauf, um eine reibungslose Bedienung zu gewährleisten und den Schutz von Personen zu wahren. Die extrem leichten flexiblen Recurve- und Langbögen sind sehr empfindlich. So muss der Schütze darauf achten, dass durch unsachgemäßen Umgang keine feinen Risse im Wurfarm entstehen, die eventuell irreversiblen Folgen haben können. Die große Kraft zu bändigen und gleichzeitig das Ziel zu treffen, verlangt große Konzentration. Die Kraft ist in der Sehne des Bogens gespeichert und wird in Pfund angegeben, je nach Klasse steigt die Pfundmenge. Man schilderte uns, dass die maximale Pfundmenge bei Anwärtern bei 18 bis 24 Pfund liegt. Dies ist allerdings variabel. Jedoch was bringt ein voller Köcher und ein Bogen, wenn er nicht praktisch genutzt wird. Motiviert den ersten Bogenschuss abzugeben, stellen sich die Teilnehmer geordnet an der Linie auf, während der Instrukteur Unterstützung leistet. 90 Grad zur Zielscheibe aufstellen, Bogensehne gespannt, Ziel mit dem starken Auge angepeilt, Abschuss gekrönt von einem Treffer. Wer besonders große Spannkraft aufbringt, schafft es sogar die Styroporblöcke zu durchschießen. Natürlich auch im Sinne des Umweltschutzes müssen die Pfeile daraufhin aufgesammelt werden. Die Holzpfeile kann man mehrmals verwenden und sind dadurch nachhaltig. Auf die Frage hin, was dieses Projekt mit dem Leitthema der Projektwoche CvO for Future zu tun hat, entgegnete uns der Leiter, dass dieser Sport, welchen er bereits seit fünf Jahren betreibt und bisher nur gute Erfahrungen gesammelt hat, die Intention hat, die Natur unberührt zu lassen. „Man kann auf allen Flächen diesen Sport betreiben. Es muss nur gewährleistet sein, dass kein Mensch gefährdet wird. Grundsätzlich ist diese Sportart sehr nachhaltig, da keine Fläche bis auf die natürlichen Spuren wie Fußabdrücke belastet wird.“ Darüber hinaus hat dieses Projekt insofern auch einen gewissen pädagogischen Hintergrund, als das man achtsam und verantwortungsvoll mit den Mitmenschen umgehen muss.

Schlussendlich kann ich persönlich ein durchaus positives Fazit ziehen, da es sich um einen wunderbaren Sport handelt, der unbedingt unterstützt werden sollte. Die Erfahrungen, die ich bei meinen Recherchen gesammelt haben, bewegen mich zu sagen, dass Bogenschießen in der Gesellschaft mehr etabliert werden und der kompetitive Wettkampf stärker gefördert werden sollte, aufgrund der Tatsache, dass diese Tätigkeit ein gewisses Umweltbewusstsein vermittelt und man im Verbund mit der Natur einem außergewöhnlichen aber wunderbaren Sport nachgehen kann.

Ein Bericht von Floria, Oliver und Samuel P.

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